Ausstellung: „Opfer Rechter Gewalt“ – Dortmund

Ab heute, dem 11.01.2012, kann in Dortmund die Wanderausstellung „Opfer Rechter Gewalt“ besichtigt werden. Bis zum 28.01.2012 ist die Ausstellung Dienstags bis Freitags von 11.00 Uhr – 17.00 Uhr zu besichtigen, an Samstagen von 10.00 Uhr – 16.00 Uhr. Ihr findet die Petrikirche auf dem Westenhellweg, etwa auf Höhe von Saturn. Die Ausstellung porträtiert Menschen, die in Deutschland seit 1990 rechter Gewalt zum Opfer gefallen sind. Dabei sind lange nicht alle Morde der Öffentlichkeit bekannt gemacht worden, manche wurden kaum zur Kenntnis genommen. Hauptaugenmerk sind die vielen Gedenktafeln die an Opfer Rechter Gewalt in ganz Deutschland erinnern, Fotos der Opfer zeigen und den Tatbestand kurz schildern. Neben „bekannten“ Opfern wie dem Punk Thomas „Schmuddel“ Schulz oder Amadeu Antonio Kiowa werden unzählige Opfer porträtiert, von der die Polizei nichteinmal etwas wissen will. 137 Gedenktafeln hängen in der Kirche aus, 47 Morde mit politisch rechtsradikalem Hintergrund will die Polizei gezählt haben. Um Statistiken zu drücken werden Morde und Straftaten mit rechtem Hintergrund oft als nicht politisch motiviert abgetan. Neben Informationen über die Opfer befasst sich die Ausstellung auch mit neuesten Erkenntnissen rund um die Zwickauer Terrorzelle, auch hier wurde ein Großteil der Morde als nicht politisch motiviert eingestuft sodass die 3 Rechtsextremen Terroristen unbeobachtet vom Verfassungsschutz Jahrelang weitermorden konnten. Dieser Mordserie fiel auch Mehmet K. im Alter von 39 Jahren am 4. April 2006 in seinem Kiosk in Dortmund zum Opfer. Weitaus weniger bekannte Morde wissen trotzdem zu erschüttern, so traf es nicht nur bekennende Antifaschisten und Bürger mit Migrationshintergrund, auch Obdachlose, Menschen mit Behinderung oder anderen beeinträchtigungen die den Neonazis nicht in ihr Weltbild passten fielen ihnen zum Opfer. Spiegel mit den Aufschriften: „Zuschauer“ – „Opfer“ – „Täter“ regten zudem zum Nachdenken an und führten treffend vor Augen, dass Morde mit politisch rechtsmotiviertem Hintergrund keine Einzelheit sind und jederzeit wieder passieren können. Alles in allem ist die Ausstellung einen Besuch wert, sie ist kostenlos und durchaus Lohnenswert.

Gedenktafeln in der Petrikirche:
Gedenktafeln

Der Mord an Thomas Schulz führte zu großer Empörung in der Dortmund Antifaszene und führte zu jährlichen Gedenkdemonstrationen:
Thomas Schulz

Ein sehr ergreifender Mord der zeigt, dass die Legenden um die „unwissenden Deutschen“ nicht so ganz der Wahrheit entsprechen:
Salomon

Zuschauer?:
Zuschauer

Opfer?:
Opfer

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